Gesundheit & Vorsorge

Private Krankenversicherung
Sichern Sie sich jetzt ab

Was kostet die ideale private Krankenversicherung, welche Leistungen sind abgedeckt und worauf sollten Sie unbedingt achten?

ab 150 € / Monat 4,9 · 500+ Bewertungen 300+ Gesellschaften im Vergleich
Illustration: Private Krankenversicherung
fachlich geprüft durchDennis Becker
zuletzt aktualisiert7. Oktober 2024
Illustration: Laptop mit Tarifvergleich
Vor dem Abschluss lohnt der genaue Blick in Leistungen und Vertragsbedingungen.

1. Die ideale private Krankenversicherung

Jeder, der länger als sechs Monate in Deutschland lebt, muss hier auch eine Krankenversicherung haben. Das ist seit 2009 Gesetz. Viel älter sind die Grundlagen, auf denen das heutige duale System unserer Krankenversicherung basiert. Die Gründung des ältesten noch existierenden privaten Krankenversicherungsunternehmens geht auf das Jahr 1843 zurück. Erst vierzig Jahre später traten die Sozialreformen in Kraft, mit denen Otto von Bismarck — nicht ganz uneigennützig — eine bessere Versorgung der Arbeiterklasse erreichen und so „in der großen Masse der Besitzlosen die konservative Gesinnung erzeugen“ wollte, die seinen politischen Zielen nützlich war. Der Plan ging nicht auf: Statt des beabsichtigten Staatssozialismus schuf er die Grundlagen unseres Sozialstaats und der Sozialversicherung. Klar war damit aber auch: Wer nicht Lohn- oder Gehaltsempfänger ist, bleibt außen vor. Im Großen und Ganzen ist das auch heute noch die Trennung zwischen GKV und PKV.

Das Wichtigste

  • Die Krankenversicherungspflicht in Deutschland kann durch Mitgliedschaft in einer gesetzlichen Krankenkasse oder durch Abschluss einer privaten Krankheitskostenvollversicherung erfüllt werden.
  • Die private Vollversicherung steht nur bestimmten Berufsgruppen offen. Wer nicht vollständig in die PKV darf, kann Lücken im GKV-Schutz durch eine private Zusatzversicherung schließen.
  • Während die GKV Beiträge einkommensabhängig nach einem Umlageverfahren erhebt, kalkuliert die private Krankenversicherung nach individuellem Risiko. Die Kapitaldeckung der Gesundheitskosten — auch im Alter — macht die PKV ungeachtet von demografischen Einflüssen.
  • Der Leistungskatalog der GKV ist fast vollständig gesetzlich geregelt; der Gesetzgeber hat in den letzten Jahren bereits wesentliche Einschnitte vorgenommen, weitere Kürzungen scheinen angesichts der Altersstruktur unausweichlich. In der privaten Krankenversicherung ist der Versicherungsumfang vertraglich garantiert und kann nicht einseitig geändert werden.
  • Ein PKV-Vertrag passt sich flexibel an Lebensphasen an und bleibt bei vorausschauender Gestaltung auch im Rentenalter bezahlbar.

Die Vorteile einer guten privaten Krankenversicherung

  • Bessere Leistungen: Du bekommst oft schnellere und umfassendere Behandlungen, weil Ärzte und Kliniken bei privat Versicherten gerne mal mehr Gas geben
  • Freie Arztwahl: Du kannst dir deinen Arzt und Spezialisten selbst aussuchen — ob im In- oder Ausland — und musst nicht erst auf Zuweisungen warten
  • Kurze Wartezeiten: Bei vielen Ärzten bekommst du als Privatpatient schneller einen Termin, oft sogar direkt am nächsten Tag
  • Einzelzimmer und Chefarztbehandlung: Im Krankenhaus winkt dir oft das Einzelzimmer und die Behandlung durch den Chef persönlich, wenn du das so in deinem Tarif hast
  • Individuelle Tarife: Du kannst deinen Versicherungsschutz nach deinen eigenen Bedürfnissen zusammenstellen — von Standard bis Luxus ist alles drin
  • Rückerstattung: Wenn du keine oder wenige Leistungen in Anspruch nimmst, bekommst du bei manchen Tarifen einen Teil der Beiträge zurück
  • Bessere Versorgung bei Zahnmedizin: Vor allem bei Zahnersatz und Kieferorthopädie profitierst du oft von höheren Erstattungen
  • Preis-Leistungs-Verhältnis: Besonders für junge, gesunde Menschen sind die Beiträge in der PKV am Anfang oft niedriger als in der gesetzlichen Krankenversicherung

Ihre Private Krankenversicherung — ab 150 € im Monat

Beschreiben Sie uns Ihren Bedarf — unser Team erstellt Ihnen ein individuelles Angebot. Kostenlos & unverbindlich, Antwort in 24 h.

Jetzt Angebot anfragen
Illustration: Schutzschild mit Checkliste als Symbol für den Leistungsumfang
Der Leistungsumfang entscheidet: Prüfen Sie genau, welche Schäden der Tarif abdeckt.

2. Leistungen der privaten Krankenversicherung

Leistung und Gegenleistung — so gelingt die PKV-Tarifauswahl: Maximale Leistung zum minimalen Preis — das funktioniert nirgends, auch nicht in der PKV. Wenn Sie doch ein solches Angebot sehen, seien Sie skeptisch und prüfen Sie zum Beispiel Preisanpassungen bei diesem Versicherer in der Vergangenheit. Ist der Tarif nicht auskömmlich kalkuliert, drohen künftig massive Beitragssprünge. Nichtsdestotrotz gibt es eine Vielzahl an PKV-Versicherern und -Tarifen mit unterschiedlichen Leistungskatalogen und Beitragskosten. Ein Vergleich der privaten Krankenversicherungen am Markt ist also in jedem Fall sinnvoll. Entscheiden Sie sich, was Ihnen Ihre Versorgung im Ernstfall wert ist, wie viel Krankenversicherung Sie sich leisten können und möchten. Manchmal gibt es bei Leistungsfreiheit einen oder mehrere Monatsbeiträge zurück.

Einsteigertarife gibt es schon — je nach Eintrittsalter — für rund 200 Euro im Monat. Der Leistungsumfang bewegt sich mindestens auf dem Niveau der GKV, kann in Einzelfällen aber auch schlechter sein. Die günstigsten Tarife haben eine Selbstbeteiligung pro Versicherungsjahr. Komforttarife kosten mehr, gehen dafür aber über die GKV-Leistungen hinaus, zum Beispiel bei alternativen Heilmethoden oder in der Psychotherapie. Sie haben oft ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis; auch hier lässt sich mit einer Selbstbeteiligung erheblich sparen. Premiumtarife haben den größten Deckungsumfang, sind aber auch entsprechend teuer — ab etwa 500 Euro im Monat sind Sie dabei. Bedenken Sie: Der Höchstbeitrag für gesetzlich Versicherte betrug 2022 stolze 769,16 Euro (inklusive durchschnittlichem Zusatzbeitrag). Die Pflegeversicherung kommt in GKV und PKV jeweils hinzu.

Darauf kommt es wirklich an

Viele private Krankenversicherungen — Voll- und Zusatzversicherungen — werden beworben mit Chefarztbehandlung, Einzelzimmer und anderen Wahlleistungen im Krankenhaus. Das ist prima, wenn Sie im Krankenhaus geduldig darauf warten müssen, dass ein Knochenbruch heilt. Wenn Sie nach einem Herzinfarkt auf der Intensivstation liegen oder nach einer Krebsdiagnose eine lebensrettende Behandlung benötigen, verschieben sich die Prioritäten sehr deutlich. Für die GKV gilt das Wirtschaftlichkeitsgebot nach § 12 SGB V. Aber auch private Versicherungen sind keine Wohlfahrtsorganisationen, sondern denken und handeln wirtschaftlich; die Versicherungsaufsicht verpflichtet sie zu einer soliden Kalkulation. Alte und einfache Verträge sind oft unzureichend. Prüfen Sie also, was Ihre PKV oder der ins Auge gefasste Vertrag außer dem Händedruck vom Chefarzt und dem besseren Essen im Krankenhaus im Ernstfall wirklich leistet:

  • Herz- und Atemmonitor, Herzschrittmacher
  • Dialysegerät
  • Hüftprothese
  • Behandlung durch Ergotherapeuten oder Logopäden nach einem Schlaganfall
  • Anschaffung eines elektrischen Rollstuhls zum Erhalt der Mobilität trotz Querschnittslähmung
  • Blindenhund

Die Leistungen einer PKV zusammengefasst

  • Schnelle Arzttermine: Als Privatpatient kommst du meist viel schneller dran — Wartezeiten, wie sie gesetzlich Versicherte haben, gibt’s für dich selten
  • Freie Arztwahl: Du kannst dir deinen Arzt selbst aussuchen, egal ob Allgemeinarzt oder Spezialist, und auch mal den Chefarzt rufen lassen, wenn’s ernst wird
  • Top-Behandlung im Krankenhaus: Einzelzimmer? Chefarztbehandlung? Das gehört für viele Privatpatienten dazu, wenn sie ins Krankenhaus müssen
  • Mehr Komfort bei Zahnarzt und Kieferorthopädie: Wenn’s um Zahnersatz oder teure Zahnbehandlungen geht, bist du mit einer PKV meist besser abgesichert und bekommst höhere Zuschüsse
  • Individuelle Leistungen: Du stellst dir deinen Versicherungsschutz so zusammen, wie es dir passt — ob Homöopathie, Naturheilverfahren oder bessere Vorsorgeuntersuchungen
  • Spezialisten und Therapien: Ob alternative Heilmethoden oder die neuesten Therapien — vieles, was die gesetzliche Krankenkasse nicht zahlt, übernimmt die PKV
  • Luxus bei Sehhilfen: Bei Brillen oder Kontaktlinsen ist der Zuschuss oft höher, und auch Laserbehandlungen für die Augen werden häufiger übernommen
  • Heilpraktiker und alternative Medizin: Wenn du auf Homöopathie oder Naturheilverfahren stehst, hast du gute Chancen, dass deine PKV das mitfinanziert
  • Vorsorgeuntersuchungen: Du kannst oft mehr und frühere Vorsorgeuntersuchungen machen lassen, auch solche, die die gesetzliche Versicherung nicht übernimmt
Experten-TippDennis Becker · Geschäftsführer & Berater
„Der Beitrag für eine private Krankenversicherung setzt sich aus folgenden Punkten zusammen: gewünschte Leistungen, Eintrittsalter und Vorerkrankungen.“

3. Was kostet eine private Krankenversicherung?

Die zwei Säulen unseres Gesundheitssystems: Mehr als siebzig Millionen Versicherte zählt die GKV, während die PKV auf knapp neun Millionen Kunden kommt. Die Berechtigung des historisch gewachsenen dualen Systems aus GKV und PKV wird immer wieder in Frage gestellt — zuletzt im Vorfeld der Bundestagswahl 2021. Andere Länder kennen eine private Vollversicherung gar nicht: Private Policen gibt es zum Beispiel in Frankreich, Österreich und Portugal nur als Zusatzversicherungen zur (teilweise steuerfinanzierten) GKV.

Wer Bürgerversicherung und Kopfpauschale für besser und gerechter hält, sollte einige Punkte überdenken: Wettbewerb sichert freie Arztwahl, kurze Wartezeiten und niedrige Einstiegshürden — andere Länder kennen Wartelisten, obligatorische Zuzahlungen oder beschränkten Zugang zu Fachärzten. Die private Krankenversicherung stabilisiert mit dem Geld der Versicherten die medizinische Infrastruktur und die Innovationskraft der Pharmaindustrie. Das Gesundheitssystem ist einer der bedeutendsten Wirtschaftssektoren, sowohl hinsichtlich der Wertschöpfung als auch als Arbeitgeber — bei fünf Millionen Beschäftigten fallen die 43.000 Angestellten der privaten Krankenversicherung fast schon nicht mehr ins Gewicht. Der vielleicht wichtigste Punkt: PKV bedeutet Generationengerechtigkeit. Beiträge werden nach Risiko berechnet, die Leistungsausgaben sind kapitalgedeckt.

Wesentlicher Finanzierungsbeitrag aus der PKV: Von Privatpatienten bzw. ihren Versicherern fließen rund 38 Milliarden Euro jährlich in das deutsche Gesundheitssystem (Stand 2019). Diese Zahl allein sagt noch nicht viel aus — erst der Vergleich mit der GKV macht sie greifbar: Nach Berechnungen des Wissenschaftlichen Instituts der Privaten Krankenversicherung (WIP) hätten die gesetzlichen Kassen für solche Leistungen nur etwa zwei Drittel dieses Betrags bezahlt. Damit bleiben etwa 15 Milliarden Euro, die von der PKV als zusätzliche Wertschöpfung kommen und die nach Analysen des Darmstädter Wirtschaftsforschungsinstituts WifOR 325.000 Arbeitsplätze im Gesundheitswesen sichern. Oder etwas plastischer gesagt: Das Geld aus der PKV reicht in jeder ambulanten Praxis für das Gehalt von 1,75 medizinischen Fachangestellten. Der für viele Bundesländer bereits veröffentlichte PKV-Regionalatlas zeigt die besondere Bedeutung der privat Versicherten für die ärztliche Versorgung in ländlichen Räumen.

Rechenbeispiel: private Krankenversicherung

Die Continentale 382,03 € SB 450 € · weltweit zzgl. 6 € monatlich · monatlicher Beitrag Angebot anfragen
AXA 664,50 € SB 300 € · weltweit zzgl. 6 € monatlich · monatlicher Beitrag Angebot anfragen
HanseMerkur 671,68 € SB 0 € · weltweit unbegrenzt · monatlicher Beitrag Angebot anfragen
Illustration: Beratungsgespräch zwischen Kundin und Versicherungsberater
Persönliche Beratung hilft, den passenden Schutz für die eigene Situation zu finden.

Vollversicherung nur für bestimmte Personengruppen

Die Gestaltung der Krankenversicherung nicht dem Gesetzgeber zu überlassen, sondern durch einen Vertragsabschluss selbst in die Hand zu nehmen, erfordert Eigenverantwortung und auch ein gewisses finanzielles Polster. Die private Krankenversicherung erlaubt in Grenzen, Risiken selbst zu tragen. Außerdem muss der Versicherte Arztrechnungen kontrollieren und in Vorleistung gehen — die Erstattung der Versicherung kommt abhängig von Zahlungsfristen vielleicht erst später. Die Zugangsbeschränkungen zur privaten Vollversicherung sind also nicht nur historisch gewachsen. Konkret versichern können oder müssen sich im Wesentlichen:

  • Selbstständige und Freiberufler (mit einigen Ausnahmen, zum Beispiel Künstler, Publizisten und Landwirte)
  • Beamte und Richter für den Teil der Gesundheitskosten, der nicht durch den Anspruch auf Beihilfe abgedeckt ist
  • Angestellte, die ein Einkommen oberhalb der Versicherungspflichtgrenze erzielen (2022: 64.350 Euro pro Jahr)

Zusätzlich gibt es noch einige Möglichkeiten, sich von der Versicherungspflicht in der GKV befreien zu lassen — das sind zum Beispiel Studierende oder PKV-Kunden, die Arbeitslosengeld beziehen oder deren Einkommen durch Anhebung der Versicherungspflichtgrenze unter die neue Grenze fällt. Privatpatient trotz GKV: Sie sind überzeugt von der Leistungsfähigkeit der PKV, fallen aber nicht unter den skizzierten Personenkreis? Mit einer privaten Zusatzversicherung bleiben Sie GKV-Mitglied, profitieren aber trotzdem von privatärztlichen Leistungen. Es gibt Tarife zum Beispiel für Zahnmedizin, ambulante und stationäre Behandlungen.

Nachhaltige Beitragskalkulation

Die GKV erhebt Beiträge nach einem Umlageverfahren: Arbeitnehmer und Arbeitgeber zahlen einen Anteil des Arbeitseinkommens. Das scheint sozial gerecht — wer viel verdient, zahlt auch viel für seine Krankenversicherung. Partner und Kinder ohne Einkommen genießen die beitragsfreie Familienversicherung. Allerdings erkauft sich die GKV diese soziale Komponente mit schwerwiegenden Nachteilen: Ihre Einnahmen sind nämlich abhängig von konjunkturellen Einflüssen, der Höhe der Arbeitseinkommen bzw. Renten, der Arbeitslosenquote und der demografischen Entwicklung.

Historisch ist das Solidaritätsprinzip dadurch zu erklären, dass die Leistung der GKV in ihrer Anfangszeit hauptsächlich aus Krankengeld bestand. Heute dominiert die medizinische Versorgung die Ausgaben der GKV — und die ist ungeachtet des Arbeitsmarkts. Mit der längeren Lebenserwartung steigen die Gesundheitskosten sogar, während die Beiträge abnehmen. Leistungseinschränkungen per Gesetz sind praktisch vorprogrammiert.

Im Gegensatz zur gesetzlichen Sozialversicherung kalkuliert die private Versicherungswirtschaft ihre Beiträge individuell für jeden Versicherten nach dem Risiko. Dies wird insbesondere bestimmt durch Eintrittsalter und Gesundheitszustand bei Vertragsbeginn. An die Stelle eines Umlageverfahrens tritt die Kapitaldeckung. Die gegenseitigen Rechte und Pflichten sind in der PKV vertraglich vereinbart und damit nicht einseitig abzuändern.

Bilden von Alterungsrückstellungen: Maßgeblich für die Vertragsgestaltung ist das Risiko bei Vertragsabschluss. Die Krankenversicherung darf nicht teurer werden, nur weil der einzelne Versicherte älter wird und vielleicht nicht mehr ganz gesund ist. Damit die Beitragskalkulation wirklich nachhaltig ist, muss die private Krankenversicherung diese Effekte von Anfang an berücksichtigen. Dazu wird aus den gezahlten Beiträgen eine Alterungsrückstellung gebildet und verzinslich angelegt. Eine Alterungsrückstellung ist auch im Gesetz vorgeschrieben: Das Handelsgesetzbuch verlangt Altersrückstellungen als zwingenden Teil der Deckungsrückstellungen (§ 341f HGB). Seit dem Jahr 2000 muss nach dem Versicherungsaufsichtsgesetz ein Beitragszuschlag von 10 % für Versicherte ab dem 22. bis zum 60. Lebensjahr (§ 149 VAG) erhoben werden; ab dem 66. Lebensjahr wird die Alterungsrückstellung schrittweise aufgelöst (§ 150 VAG). Die Gesamthöhe der Alterungsrückstellungen näherte sich 2022 der Marke von 300 Milliarden Euro — ein gewaltiges Volumen, das von den neun Millionen PKV-Vollversicherten aufgebracht wurde und der Generationengerechtigkeit zugutekommt.

Verzicht auf ordentliches Kündigungsrecht: Aber kann der Versicherer eine Krankenversicherung nicht einfach kündigen, wenn die Leistungen zu teuer werden? Das geht zwar nach dem Versicherungsvertragsgesetz zum Beispiel in einer Hausrat- oder einer Autoversicherung. In der sogenannten substitutiven Krankenversicherung (die den Versicherungsschutz in der GKV ersetzt) ist dem Versicherer die ordentliche Kündigung aber verboten (§ 206 VVG). Auch deshalb sind Alterungsrückstellungen so wichtig.

Private Krankenversicherung — facettenreich wie Ihr Leben

1

Berufseinstieg nach dem Studium

Nur wenige Studenten erzielen unmittelbar nach Studienabschluss ein Einkommen, das oberhalb der Versicherungspflichtgrenze liegt. Werden sie in der GKV versicherungspflichtig, wird die studentische PKV aufgehoben. Das geht ohne Verlust, denn die studentische PKV bildet keine Alterungsrückstellungen. Wer nach dem Studium sofort viel verdient, Beamtenanwärter wird oder sich selbstständig macht, passt seine PKV entsprechend an.

2

Einkommensverlust und Arbeitslosigkeit

Sinkt das Einkommen eines Angestellten unter die Versicherungspflichtgrenze, etwa wegen Teilzeitarbeit, oder verliert ein PKV-Versicherter seine Arbeit und bezieht Arbeitslosengeld, darf er (altersabhängig) meist in die GKV wechseln. Das ist aber nicht immer die beste Option: Alternativ kann er sich von der Versicherungspflicht befreien lassen und in der PKV bleiben. Ist das zu teuer, wandelt er seine PKV in eine Anwartschaftsversicherung um. Das sichert eine spätere Rückkehr zu günstigen Konditionen und ohne neue Gesundheitsprüfung.

3

Selbstständigkeit

Ist das Einkommen anfangs niedrig oder unsicher, wählt der Selbstständige einen PKV-Optionstarif. Optionstarife sind gekennzeichnet durch niedrige Beiträge bei eingeschränkten Leistungen, sie bieten aber die Chance, später ohne Gesundheitsprüfung in einen hochwertigen Tarif zu wechseln. Oder Sie beginnen mit einer Selbstbeteiligung, die später wegfällt oder reduziert wird.

4

Familienzuwachs

Das Versicherungsvertragsgesetz (§ 198 VVG) gibt PKV-versicherten Eltern das Recht, ein Kind ab Geburt zu versichern — und zwar ohne die sonst üblichen Wartezeiten und auch ohne Risikozuschläge, falls das Kind nicht gesund zur Welt kommt. Die Versicherung darf aber nicht umfassender sein als die der bereits versicherten Mutter oder des Vaters. Außerdem gibt es eine wichtige Frist: Spätestens zwei Monate nach der Geburt muss die Versicherung des Kindes beantragt werden.

Private Krankenversicherung auch im Alter bezahlbar

1

Baustein zur Beitragsentlastung

Vereinbaren Sie frühzeitig eine Beitragsentlastungskomponente — eine zusätzliche, freiwillige Alterungsrückstellung. Sie zahlen in jungen Jahren mehr, mit dem Renteneintritt ermäßigt sich der Beitrag und gleicht so den Unterschied zwischen dem höheren Arbeitgeberzuschuss und dem niedrigeren Zuschuss der Rentenversicherung zum PKV-Beitrag aus. Besonders lohnend ist so ein Baustein, wenn Sie mit dem normalen Beitrag den höchstmöglichen Arbeitgeberzuschuss nicht ausschöpfen — dann beteiligt sich nämlich der Chef auch an der PKV-Finanzierung im Rentenalter.

2

Tarifwechsel beim selben Versicherer

Das Versicherungsvertragsgesetz (§ 204 VVG) gibt Ihnen das Recht, beim selben Versicherer in einen anderen Tarif zu wechseln. Das kann sinnvoll sein, wenn der Tarif bereits seit längerer Zeit nicht mehr verkauft wird und deshalb „überaltert“ — die Versicherten werden älter, es rücken keine jungen Leute nach. Beim Tarifwechsel nehmen Sie Ihre Alterungsrückstellung komplett mit, müssen keine Wartezeiten einhalten und auch keine gesundheitsbedingten Risikozuschläge fürchten — vorausgesetzt, der neue Tarif beinhaltet nicht mehr als der alte Versicherungsschutz. Wurde Ihr Vertrag lange nicht überprüft und sind Sie eventuell bereit, auf Leistungen zu verzichten, sind durch den Tarifwechsel Ersparnisse von bis zu 40 % des Beitrags möglich. Wenn Sie genügend Rücklagen haben, um auch eine größere Rechnung aus eigener Tasche zu zahlen, kann eine erhöhte Selbstbeteiligung die regelmäßige Belastung reduzieren.

3

Wechsel zu einem anderen Anbieter

Dieser Schritt will gut überlegt sein: Alterungsrückstellungen können nur zum Teil oder gar nicht mitgenommen werden. Der neue Versicherer kalkuliert nach aktuellem Eintrittsalter und Gesundheitszustand — das führt in aller Regel zu einer Verteuerung. Dennoch kann der Wechsel im Ausnahmefall der richtige Schritt sein: besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.

4

Wechsel in den Basistarif

Der Basistarif (Standardtarif) darf nicht teurer sein als der Höchstbeitrag, den Sie in der GKV zahlen müssten — dafür gibt es aber auch nur Leistungen auf GKV-Niveau. Der Basistarif steht allen PKV-Kunden offen, die entweder ihren Vertrag 2009 oder später abgeschlossen haben oder mindestens 55 Jahre alt sind oder einen gesetzlichen Rentenanspruch haben (zum Beispiel auf Erwerbsminderungsrente). Bezieht der Versicherte Grundsicherung wegen Arbeitslosigkeit oder Sozialhilfe, gibt es den Basistarif sogar zum halben Preis. Der private Krankenversicherer muss nach dem Gesetz außerdem verschiedene Selbstbehalte anbieten — aber Vorsicht, der Beitrag wird dadurch nicht automatisch billiger. Ganz ohne Versicherungsschutz lässt Sie Ihr privater Krankenversicherer nie zurück: Selbst wenn Sie den Beitrag nicht mehr bezahlen können, sichert der Notlagentarif die wichtigsten medizinischen Versorgungen.

Experten-TippDennis Becker · Geschäftsführer & Berater
„Wenn du dich für eine private Krankenversicherung entscheidest, achte darauf, nicht nur auf den günstigen Anfangsbeitrag zu schauen. Wichtiger ist, wie die Beiträge im Alter steigen können. Wähle einen Tarif mit stabilen Beiträgen und optionalem Beitragsentlastungstarif für später. Außerdem ist es sinnvoll, bei der Wahl deines Versicherungsschutzes nicht zu knapp zu kalkulieren, damit du langfristig abgesichert bist.“

4. Fazit

Die private Krankenversicherung (PKV) bietet attraktive Vorteile wie bessere medizinische Versorgung, schnellere Arzttermine und flexible Tarife, die du individuell gestalten kannst. Vor allem für junge und gesunde Menschen sind die Beiträge oft niedriger, und der Komfort bei Behandlungen ist höher. Allerdings können die Kosten im Alter deutlich steigen, und du musst Arztrechnungen oft vorab selbst bezahlen.

Zusammengefasst: Die PKV ist ideal, wenn du Wert auf persönliche Wahlfreiheit und hochwertige Leistungen legst. Achte jedoch darauf, die langfristige Kostenentwicklung im Blick zu behalten, um später finanziell abgesichert zu sein. Um den passenden Tarif zum besten Preis für Sie zu finden, nutzen Sie gerne unseren kostenlosen Tarifvergleich — kostenfrei und unverbindlich.

ProvenExpert ProvenExpert Kundenbewertungen
4,88 von 5 SEHR GUT 610 Bewertungen
99 % Empfehlungen
KundenserviceSEHR GUT (4,87)
Preis / LeistungSEHR GUT (4,83)
Top-Kompetenzen: KundenzufriedenheitKundentreueZielerreichung Alle Bewertungen ansehen →

Die häufigsten Fragen zur Private Krankenversicherung

Wer kann sich privat krankenversichern?
Ab einem Jahreseinkommen (inkl. Sonderzahlungen wie z. B. Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld) von 62.550 € kann man eine private Krankenversicherung abschließen. Und Beamte können sich natürlich privat versichern, da sie nicht versicherungspflichtig sind.
Gibt es auch für die private Krankenversicherung den Arbeitgeberzuschuss?
Ja! Ihr Arbeitgeber zahlt die Hälfte bis max. zum Höchstsatz der Beitragsbemessungsgrenze zur Krankenversicherung und zur Pflegeversicherung dazu — auch für Mitversicherte wie Ehepartner und Kinder.
Wie bezahle ich meine Beiträge, wenn ich arbeitslos werde?
Im Normalfall ist es so, dass ein Zurück in die gesetzliche Krankenversicherung nicht mehr geht. Allerdings ist Arbeitslosigkeit oder ein Verdienst unter der Grenze ein Grund, wieder in die gesetzliche Krankenversicherung zu kommen.
Wird für mein Rentenalter etwas vom Beitrag zurückgelegt?
Es gibt verschiedenste Rückstellungsarten: den gesetzlichen Zuschlag, die vom Beitrag entkoppelten Rückstellungen und die beitragsabhängigen Rückstellungen. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, weitere Rückstellungen zu bilden. Bei der gesetzlichen Krankenversicherung gibt es allerdings keine Rücklagen!

Haben Sie alles gefunden?

Hier finden Sie weitere interessante Inhalte zum Thema:

Marvin Becker Melanie Kenkenberg

Schnelle Frage, Kritik oder Feedback?

Professionelle Beratung von echten Menschen — rufen Sie uns zum Ortstarif an oder schreiben Sie uns.

Noch nicht das Richtige gefunden?

Über 120 Versicherungsthemen, zehn Standorte, ein Ansprechpartner. Sagen Sie uns, worum es geht.