Wohnen & Recht

Elementarschaden­versicherung
Für wen ist sie wirklich sinnvoll?

Was kostet die ideale Elementarschadenversicherung, welche Schäden sind abgedeckt und auf welche Leistungen sollten Sie unbedingt achten? Hier finden Sie alle Antworten.

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Illustration: Elementarschadenversicherung
Illustration: Glühbirne über einem aufgeschlagenen Buch als Symbol für verständlich erklärtes Wissen
Verständlich erklärt: die wichtigsten Grundlagen auf einen Blick.

1. Was ist eine Elementarschadenversicherung?

Immer häufiger treten extreme Unwetter auf — etwa sintflutartiger Regen und Hochwasser —, die verheerende Folgen für Immobilie und Besitzer haben können: vom überfluteten Keller bis zum Erdrutsch. Wenn Sie Ihr Haus gegen diese Gefahren versichern möchten, geschieht das im Rahmen Ihrer Wohngebäudeversicherung.

Um den Inhalt Ihres Hauses oder Ihrer Wohnung abzusichern, müssen Sie Elementarschäden innerhalb der Hausratversicherung mitversichern. Einen völlig losgelösten Versicherungsschutz nur für Elementarschäden gibt es klassischerweise nicht: Gebäude- und Hausratversicherung decken die Gefahren Feuer, Leitungswasser, Sturm und Hagel sowie — als Baustein — Elementarschäden ab.

Sie können entscheiden, welche dieser vier Bausteine Sie absichern möchten. Feuer, Leitungswasser und Sturm/Hagel gehören bei den meisten zum Standardschutz. Der Bereich Elementarschäden wird dagegen oft nicht mitversichert, um Kosten zu sparen — nur etwa 50 Prozent der Hausbesitzer haben diesen Versicherungsschutz.

Die Vorteile einer guten Elementarschadenversicherung

  • Schutz vor Schäden durch Naturereignisse wie Hochwasser, Sturm, Hagel, Erdbeben und Überschwemmungen
  • Schutz vor Schäden durch Rohrbrüche und Rückstau
  • Entschädigung für Schäden an Gebäuden, Hausrat und anderen versicherten Gegenständen
  • Möglichkeit zur individuellen Anpassung des Versicherungsumfangs an die eigenen Bedürfnisse
  • Finanzielle Absicherung im Schadensfall, um Reparatur- und Wiederbeschaffungskosten der Immobilie zu decken
  • Möglichkeit, die Versicherung als Teil einer umfassenderen Wohngebäudeversicherung abzuschließen

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2. Ist eine Elementarversicherung sinnvoll?

Sollte man Elementarschäden mitversichern? Eine Elementarversicherung kann unter bestimmten Umständen sehr sinnvoll sein — insbesondere, wenn Sie in einer Region leben, die von Naturkatastrophen wie Überschwemmungen, Erdbeben oder Stürmen betroffen ist. Diese Versicherung schützt Sie vor den finanziellen Folgen solcher Ereignisse und vor Schäden am Gebäude, die in der Regel nicht durch herkömmliche Hausrat- oder Wohngebäudeversicherungen abgedeckt sind.

Es ist jedoch wichtig, sorgfältig zu prüfen, ob eine Elementarversicherung für Ihre spezifischen Umstände und Bedürfnisse sinnvoll ist. Vergleichen Sie die verschiedenen Policen und Tarife der Versicherungsunternehmen, um die bestmögliche Deckung zu einem vernünftigen Preis zu erhalten. Lesen Sie außerdem die Bedingungen und Einschränkungen sorgfältig, damit Sie als Immobilienbesitzer genau verstehen, was die Versicherung abdeckt — und was nicht.

Was ist ein Elementarschaden? Zu den Elementarschäden gehören Schäden, die durch Naturgefahren wie Überschwemmungen, Erdbeben, Lawinen, Erdrutsche, Erdsenkungen, Schneedruck oder Vulkanausbrüche verursacht werden — einschließlich Hochwasser durch Flüsse und Starkregen. Schäden durch Rückstau müssen oft gesondert abgesichert werden, da sie nicht automatisch abgedeckt sind. Ausgeschlossen sind Vorsatz, Sturmflut und Grundwasser, das unterirdisch ins Gebäude eindringt. Wird das Grundwasser jedoch mit Oberflächenwasser vermischt und flutet gemeinsam den Keller, kann der Schaden in der Regel versichert werden. Übrigens: Halten Sie Fenster und Türen immer ordnungsgemäß geschlossen, um es dem Wetter nicht zu leicht zu machen.

Pflichtversicherung? Es gibt keine allgemeine Pflicht zur Elementarversicherung in Deutschland. Allerdings kann es je nach Wohnort und individueller Situation sehr sinnvoll sein, sich vor den finanziellen Folgen von Naturkatastrophen zu schützen. In besonders gefährdeten Gebieten kann der Abschluss von Versicherern sogar zur Bedingung gemacht werden. Lassen Sie sich daher von einem erfahrenen Versicherungsexperten beraten, ob eine Elementarversicherung für Ihre Situation sinnvoll ist.

Beim Abschluss beachten: Um die Auswirkungen von Naturgefahren abzusichern, benötigen Sie eine Zusatzversicherung zu Ihrer Hausrat- oder Wohngebäudeversicherung — es ist nicht möglich, sich nur gegen einzelne, bestimmte Naturgefahren zu versichern. Kontaktieren Sie am besten zunächst den Versicherer, bei dem Sie bereits Ihre Wohngebäudeversicherung haben: Oft lässt sich die Erweiterung problemlos hinzufügen, insbesondere wenn Sie in der Vergangenheit keinen Schaden gemeldet haben. Vergleichen Sie das Angebot Ihres Versicherers anschließend trotzdem mit anderen Tarifen — wir übernehmen das gern für Sie.

Experten-TippDominic Offers · CMO & Berater
„Elementarschäden treffen öfter als gedacht. Unsere Empfehlung: Schließen Sie — wenn möglich — immer auch den Elementarschutz in Ihre Gebäudeversicherung ein. Er schützt bei Schäden durch Starkregen, Rückstau, Überschwemmung, Erdrutsch oder Schneedruck. Besonders in Zeiten zunehmender Wetterextreme ist das kein Luxus, sondern vernünftig. Eigene Erfahrung: Einer unserer Kunden in NRW hatte Glück im Unglück — die Nachbarn standen nach einem Starkregen mit dem Wasser im Keller, er blieb dank Elementarversicherung finanziell entspannt. Die Mehrkosten waren überschaubar, der Nutzen enorm. Fazit: Auch wenn Ihr Haus nicht direkt an einem Fluss liegt — Starkregen kann jeden treffen. Elementarschutz ist ein oft unterschätzter, aber extrem wichtiger Baustein.“

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Illustration: Schutzschild mit Checkliste als Symbol für den Leistungsumfang
Der Leistungsumfang entscheidet: Prüfen Sie genau, welche Schäden der Tarif abdeckt.

3. Leistungen einer Elementarschadenversicherung

Was ist genau versichert? Eine Elementarschadenversicherung leistet in der Regel bei Schäden, die durch Naturereignisse verursacht werden — zum Beispiel Überschwemmungen, Stürme, Erdbeben, Erdrutsche, Schneedruck, Vulkanausbrüche oder Lawinen. Die genauen Leistungen und Bedingungen können jedoch je nach Versicherungsanbieter und Vertragsbedingungen variieren. Prüfen Sie daher die Versicherungsbedingungen genau, um zu verstehen, welche Schäden im Versicherungsschutz enthalten sind und welche Ausschlüsse gelten.

Welche Kosten werden übernommen? Verhindern kann die Versicherung Naturgewalten natürlich nicht — aber sie übernimmt die Kosten für die Feststellung des Schadens sowie für die Wiederherstellung, einschließlich der Ausgaben für Aufräumarbeiten, Abbruch, Reparatur oder Renovierung. Im schlimmsten Fall kommt die Versicherung sogar für den Neubau des Hauses auf — beziehungsweise über die Hausratversicherung für die Neuanschaffung von Möbeln. Die spezifischen Leistungen hängen von Ihrem Tarif für die Wohngebäudeversicherung ab.

Leistungsausschlüsse und Einschränkungen

Eine Elementarversicherung schützt vor Schäden durch Naturkatastrophen — einige Schadensfälle sind jedoch nicht abgedeckt. Dazu können gehören:

  • Vorsätzlich herbeigeführte Schäden: Wurde der Schaden an der Immobilie absichtlich verursacht, zahlt die Versicherung nicht
  • Krieg und Terrorismus: Schäden durch Krieg und Terrorismus sind in der Regel ausgeschlossen
  • Schäden durch Verschleiß: Ist der Schaden am Gebäude durch normalen Verschleiß entstanden, zahlt die Versicherung in der Regel nicht
  • Schäden durch Fahrlässigkeit: Bei fahrlässig verursachten Schäden kann die Versicherung die Leistung teilweise oder komplett ablehnen

4. Kosten einer Elementarschadenversicherung

Kostenfaktoren der Versicherung: Wenn Sie Ihre bestehende Gebäudeversicherung um eine Elementarschadenversicherung erweitern möchten, lassen sich die genauen Kosten nicht pauschal festlegen. Sie hängen von verschiedenen gebäudespezifischen und geographischen Faktoren ab: Die Bauart des Gebäudes sowie die Lage können die Auswirkungen von Naturgewalten beeinflussen und zusätzliche Risiken mit sich bringen.

Wichtig zu wissen: Die Aufschläge der Versicherer können bis zu 50 Prozent des bisherigen Beitrags betragen. Zahlen Sie bisher beispielsweise 500 Euro pro Jahr für die Gebäudeversicherung Ihres Einfamilienhauses, kann der Beitrag bei Einschluss einer Elementarschadenversicherung auf bis zu 750 Euro pro Jahr steigen.

Hochwasserrisiko: Die vier ZÜRS-Gefährdungsklassen

Jede Adresse in Deutschland ist einer von vier ZÜRS-Gefährdungsklassen zugeordnet. Sie richtet sich nach der Nähe zu Gewässern und der statistischen Hochwasserhäufigkeit — und bestimmt maßgeblich Ihren Beitrag. Die allermeisten Adressen liegen in der günstigsten Klasse.

GK 1 — praktisch kein Risiko
92,4 %
GK 2 — seltener als alle 100 Jahre
6,1 %
GK 3 — einmal in 10 bis 100 Jahren
1,5 %
GK 4 — mindestens alle 10 Jahre
0,4 %

Verteilung der Adressen in Deutschland nach ZÜRS-Gefährdungsklassen. Quelle: Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft.

Preisbeispiel: Elementarschadenversicherung nach Gefährdungsklassen

Versicherungssumme jeweils 650 € je m², Selbstbeteiligung 10 % des Schadens (mindestens 250 €, maximal 2.500 €):

GefährdungsklasseVersicherbare RisikenJährlicher Beitrag
ZÜRS 1Ein-/Zweifamilienhäuser und Wohnungen in Mehrfamilienhäusern bis max. 75 m²35,70 €
ZÜRS 2Ein-/Zweifamilienhäuser und Wohnungen in Mehrfamilienhäusern bis max. 150 m²80,33 €
ZÜRS 3Ein-/Zweifamilienhäuser und Wohnungen in Mehrfamilienhäusern bis max. 250 m²214,20 €

ZÜRS = Zonierungssystem für Überschwemmung, Rückstau und Starkregen. Beispielhafte Beiträge.

5. Fazit zur Elementarschadenversicherung

Eine Elementarschadenversicherung kann eine sinnvolle Absicherung gegen Schäden durch Naturkatastrophen wie Überschwemmungen, Erdrutsche, Erdbeben oder auch starke Stürme sein. Allerdings ist es wichtig, vor Vertragsabschluss die genauen Bedingungen und Deckungsumfänge zu prüfen, da diese je nach Versicherungsanbieter unterschiedlich sind.

Zudem sollten Sie beachten, dass Elementarschäden nicht automatisch von einer normalen Hausrat- oder Wohngebäudeversicherung abgedeckt sind — es braucht den separaten Baustein gegen Naturgewalten. Auch der Versicherungsbeitrag variiert je nach Lage des versicherten Objekts und den individuellen Risikofaktoren der Immobilie.

Insgesamt ist die Elementarschadenversicherung eine wichtige Ergänzung zu einer bestehenden Versicherung und bietet im Schadensfall spürbare finanzielle Entlastung. Um den passenden Tarif zum besten Preis zu finden, nutzen Sie gern unseren kostenlosen Tarifvergleich — kostenfrei und unverbindlich.

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Die häufigsten Fragen zur Elementarschaden­versicherung

Was ist eine Elementarschadenversicherung?
Eine Elementarschadenversicherung ist eine Versicherungspolice, die Schäden abdeckt, die durch Naturkatastrophen verursacht werden — z. B. Überschwemmungen, Erdbeben, Erdrutsche, Stürme oder Hagel.
Welche Schäden deckt sie ab?
In der Regel Schäden, die durch Naturkatastrophen verursacht werden. Dies können beispielsweise Überschwemmungen, Stürme, Hagel, Schneedruck oder Erdbeben sein.
Welche Schäden sind ausgeschlossen?
Eine Elementarschadenversicherung deckt in der Regel keine Schäden ab, die durch menschliches Versagen oder Verschulden verursacht werden — etwa Leitungswasser oder Feuer (dafür ist die Gebäude- bzw. Hausratversicherung zuständig). Auch Schäden durch Krieg, Atomkraft oder vorsätzliche Handlungen sind in der Regel ausgeschlossen.
Ist die Elementarschadenversicherung Pflicht?
Nein, sie ist in Deutschland nicht obligatorisch. Es liegt jedoch im eigenen Interesse, eine solche Versicherung abzuschließen — insbesondere, wenn Sie in einer Region wohnen, die von Naturkatastrophen betroffen sein kann.
Wie hoch sollte die Deckungssumme sein?
Die Höhe der Deckungssumme hängt von verschiedenen Faktoren ab, etwa dem Wert des Gebäudes und der Wahrscheinlichkeit von Naturkatastrophen in der Region. Eine individuelle Beratung durch einen Versicherungsfachmann hilft, die passende Deckungssumme zu finden.
Kann man Elementarschäden auch für den Hausrat versichern?
Ja, es gibt Elementarschaden-Bausteine auch für die Hausratversicherung. Diese decken Schäden ab, die durch Naturkatastrophen am Hausrat entstehen — beispielsweise bei einem Hochwasser.
Gibt es eine Wartezeit?
Ja, bei den meisten Elementarschadenversicherungen gibt es eine Wartezeit von drei Monaten, bevor der Versicherungsschutz greift. In einigen Fällen kann die Wartezeit auch länger sein.
Was kostet eine Elementarschadenversicherung?
Die Kosten hängen von verschiedenen Faktoren ab — etwa der Deckungssumme, dem Wert des Gebäudes und der Naturkatastrophen-Wahrscheinlichkeit in der Region (ZÜRS-Gefährdungsklasse). Über uns gibt es die eigenständige Absicherung bereits ab 110 € im Jahr; als Erweiterung der Gebäudeversicherung sind Aufschläge bis zu 50 % des bisherigen Beitrags möglich.
Marvin Becker Melanie Kenkenberg

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