Gesundheit & Vorsorge

Unfallversicherung
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Eine Unfallversicherung kostet je nach Tarif zwischen 5,00 € und 13,80 € im Monat. Eine private Unfallversicherung zählt zu den freiwilligen Versicherungen.

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Vor dem Abschluss lohnt der genaue Blick in Leistungen und Vertragsbedingungen.

1. Die ideale Unfallversicherung

Passende Deckungssumme: Die Deckungssumme einer Unfallversicherung ist der Betrag, den du im Falle eines Unfalls ausgezahlt bekommst, wenn du bleibende Schäden davonträgst. Sie sollte so hoch sein, dass sie bei schweren Unfällen finanzielle Sicherheit bietet — z. B. für den Umbau der Wohnung oder langfristige medizinische Versorgung. Faustregel: Je höher die Summe, desto besser bist du abgesichert. Meistens wird eine Summe von mindestens 100.000 bis 500.000 Euro empfohlen, abhängig von deinen persönlichen Bedürfnissen und Risiken.

Leistungsumfang: Eine Unfallversicherung bietet in der Regel folgende Leistungen: Bei dauerhaften Schäden durch einen Unfall erhalten Sie eine Invaliditätsleistung, bei einem tödlichen Unfall wird eine festgelegte Summe an die Hinterbliebenen ausgezahlt. Zudem gibt es oft ein Krankenhaustagegeld für jeden Tag im Krankenhaus sowie eine Übergangsleistung bei schweren Verletzungen. Kosten für kosmetische Operationen und Bergungskosten werden ebenfalls abgedeckt. Die genauen Leistungen variieren je nach Tarif und Anbieter.

Die Vorteile einer guten Unfallversicherung

  • Geringere Beitragssätze im Vergleich zu einer BU
  • Ausreichender Leistungsumfang
  • Eine gute Alternative, falls Sie keine BU bekommen
  • Zahlt bei Unfällen auf der Arbeit oder in der Freizeit (unter bestimmten Voraussetzungen)
  • Unterstützt Sie bei einer Arbeitsunfähigkeit
  • Übernimmt anfallende Kosten im direkten Zusammenhang mit dem Unfall (Beispiel: Hubschrauber-Transfer zum nächstgelegenen Krankenhaus)
  • Interessant für Rentner, da diese Personengruppe keinen Anspruch auf eine gesetzliche Unfallversicherung oder BU hat
  • Viele Anpassungsmöglichkeiten durch etliche Zusatzleistungen

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2. Leistungen der Unfallversicherung

Wobei handelt es sich bei einer Unfallversicherung? Zunächst einmal möchten wir Sie darauf hinweisen, dass es sich bei der Unfallversicherung um eine freiwillige Versicherung handelt. Falls Sie Opfer eines Unfalls geworden sind, zahlt sie einen festgelegten Betrag (Einmalleistung) oder eine Unfallrente, falls Sie aufgrund der Geschehnisse dauerhaft eingeschränkt sind. In erster Linie spielt es dabei keine Rolle, ob der Unfall auf Ihrer Arbeit oder in Ihrer Freizeit passiert ist.

Ein Unfall in der Freizeit oder ein Unfall auf der Arbeit: Ganz gleich, ob Sie sich bei Ihrem liebsten Hobby verletzt haben oder doch während des Treppensteigens auf der Arbeit — die private Unfallversicherung springt in allen nur denkbaren Unfällen ein. Und das wohl Beste daran? Sie sind weltweit zu jeder Tages- und Nachtzeit abgesichert! Hingegen zahlt die gesetzliche Unfallversicherung nur, wenn Ihnen der Unfall bei der Arbeit, in der Uni, beim Ehrenamt oder auf dem Weg zur Arbeit widerfährt.

Was wird als Unfall von den Versicherungen definiert?

1

Ein plötzliches Ereignis

Als solches werden Unfälle bezeichnet, auf die Sie keinen Einfluss haben und die völlig unvorhergesehen passieren. Ein gutes Beispiel ist der klassische Verkehrsunfall — in der Regel planen Sie schließlich nicht, einen Unfall mit einem anderen Verkehrsteilnehmer zu haben. Wenn Sie hingegen mit einer Prellung am Fuß weiterhin Skateboard fahren und sich schlussendlich doch den Fuß brechen, ist dies kein plötzliches Ereignis: Der gebrochene Fuß resultiert aus der fehlenden Heilungsphase der Prellung und ist somit bewusst provoziert worden.

2

Die Krafteinwirkung von außen

Sie sind begeisterter MTB-Sportler und fahren unter anderem Downhill? Dann ist die Möglichkeit eines Aufpralls, etwa gegen einen Baum, gar nicht so unwahrscheinlich. Die Kraft, die dabei wirkte, entstand von außen und nicht aus Ihrem Inneren — ein solcher Fall wäre also abgesichert. Wenn Sie allerdings einen Herzinfarkt oder Schlaganfall erlitten haben, kommt dieser „Unfall“ aus Ihrem Inneren und zählt somit nicht als Unfall. Wirklich gute Anbieter decken allerdings auch Unfälle ab, die durch bestimmte Krankheiten entstanden sind — es lohnt sich also, die Anbieter miteinander zu vergleichen!

3

Ein unfreiwilliger Unfall

Sollten Sie sich vorsätzlich verletzt haben, zählt dies nicht mit in den Versicherungsschutz.

4

Die Invalidität

Als Invalidität wird eine dauerhafte Gesundheitsschädigung bezeichnet. In solchen Fällen zahlt der Versicherer Ihnen die ausgemachte Summe. Als „dauerhaft“ ist ein Zeitraum von mehr als drei Jahren ohne Aussicht auf Verbesserung definiert. Hierunter zählen auch psychische Schäden, welche als Folge des Unfalls zurückzuführen sind.

Experten-TippDennis Becker · Geschäftsführer & Berater
„Eine gesetzliche Unfallversicherung greift nicht, wenn der Unfall im Haushalt oder in der Freizeit geschieht — und dies ist bei ca. 70 % der Unfälle der Fall!“

Für wen lohnt sich eine Unfallversicherung?

Zu Beginn sollten wir den ersten lohnenswerten Grund allen voranstellen: Eine Unfallversicherung ist immer dann besonders lohnenswert, wenn Sie keine Absicherung durch eine Berufsunfähigkeitsversicherung bekommen. Ganz verallgemeinert ist sie darüber hinaus lohnenswert für Rentner, Hausfrauen, Hausmänner und Risikosportler:

Die Rentner

Jeder, der noch Großeltern hat, weiß, dass ein Unfall oft schneller passieren kann als bei jüngeren Menschen. Hinzu kommt, dass ältere Menschen im Ruhestand keinen Anspruch auf die gesetzliche Unfallversicherung oder eine Berufsunfähigkeitsversicherung haben. Demnach ist für diese Altersgruppe eine Unfallversicherung definitiv lohnenswert. Die Versicherung hilft nicht nur, die Einschränkungen des Lebens so gering wie möglich zu halten, sondern bietet oft auch die sogenannten „Assistance-Leistungen“ an — diese unterstützen ältere Menschen im Alltag (Haushaltshilfe, Fahrdienst, Besorgungen etc.). Aber Achtung: Eine Unfallversicherung für Rentner abzuschließen, gestaltet sich oftmals alles andere als einfach. Einige Versicherer haben eine Altersobergrenze, und aufgrund des erhöhten Risikos sind die Beiträge sehr hoch. Möglicherweise sollten Sie daher die Assistance-Tarife in Betracht ziehen: Diese sind oft preiswerter und schließen lediglich die Hilfeleistungen nach einem Unfall ein.

Die Hausfrauen und Hausmänner

Als Hausfrau/Hausmann sind Sie aufgrund der fehlenden Anstellung nicht von einem Arbeitgeber durch eine gesetzliche Unfallversicherung abgesichert — im Falle eines Unfalls steht Ihnen nichts zu. Darüber hinaus wird es schwer, eine Berufsunfähigkeitsversicherung zu bekommen. Aus diesen Gründen ist eine private Unfallversicherung eine lohnenswerte Alternative für Sie.

Ihre Kinder

Bei vielen Versicherern ist der Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung erst ab einem Alter von 10 Jahren möglich. Möchten Sie Ihre Kinder vor Erreichen des 10. Lebensjahres versichern, bleiben Ihnen zwei Möglichkeiten: die Kinderunfallversicherung und die Kinderinvaliditätsversicherung. Da die Kinderinvaliditätsversicherung auch bei krankheitsbedingter Invalidität zahlt und daher umfangreicher schützt, sind die Beiträge entsprechend höher. In den meisten Fällen gelingt es Kindern, sich schnell von einem Unfall zu erholen — dennoch obliegt es Ihrer Entscheidung, ob eine Versicherung lohnenswert ist. Grundsätzlich fallen die Beiträge für Kinder relativ kostengünstig aus: Der Schnitt für gute Tarife liegt zwischen 50 und 100 Euro pro Jahr, lediglich die Invaliditätsversicherung kostet mit 100 bis 400 Euro im Jahr etwas mehr.

Die Risikosportler

Jede Art von Sport kann bei falscher Ausführung zu Unfällen führen. Ein Tennisspieler hat vermutlich ein geringeres Unfallrisiko als ein Downhill-Mountainbike-Fahrer, der mit 50 km/h über Stock und Stein fährt. Bei regelmäßiger Ausübung ist eine Unfallversicherung durchaus lohnenswert. Vorsicht: Es existieren Tarife, welche bestimmte Sportarten ausschließen und im Falle eines Unfalls nicht zahlen. Prüfen Sie daher vor Abschluss unbedingt, ob Ihre Sportart versichert ist. Wenn Sie planen, zukünftig ein neues risikoreiches Hobby auszuprobieren — etwa Reiten, Klettern, Tauchen oder Mountainbiken —, sollten Sie bereits im Vorfeld eine Unfallversicherung abschließen. Beispiele für häufig ausgeschlossene Bereiche sind Luft- und Flugsport sowie Auto- und Motorradrennen.

Welche Leistungen bietet eine Unfallversicherung?

1

Bergungskosten

Gehen Sie gerne wandern in den Bergen? Ein falscher Schritt, und hoch oben in den Bergen kann das fatale Konsequenzen haben. In solch beispielhaften Situationen werden von der Unfallversicherung die Such-, Bergungs- und Rettungsmaßnahmen übernommen. Das schließt einen Transport per Helikopter ins nächstgelegene Krankenhaus ein.

2

Unfallrente

Falls Sie einen schweren gesundheitlichen Schaden nach einem Unfall erleiden, zahlen einige Versicherer eine monatliche Unfallrente. Das Besondere dabei: Dies gilt ein Leben lang. Allerdings tritt die Zahlung der Unfallrente erst ein, wenn ein Invaliditätsgrad von 50 % festgestellt wurde.

3

Übergangsleistungen

Die Auszahlung der vereinbarten Summe kann unter Umständen einige Monate Wartezeit mit sich bringen — in der Regel steht es den Versicherern zu, sich bis zu einem Jahr Zeit mit der Auszahlung zu lassen. Um die Zeit zu überbrücken, bieten einige Versicherungen eine Zwischenlösung in Form einer Einmalzahlung an. Hierbei gilt allerdings zu beachten, dass Sie bereits seit 6 Monaten zumeist zu 50 % gesundheitlich eingeschränkt sein müssen.

4

Hinterbliebenenschutz

Falls Sie eine Familie haben, könnte eine Unfallversicherung allein schon wegen des Hinterbliebenenschutzes sinnvoll sein. Versterben Sie an den Folgen des Unfalls innerhalb von einem Jahr, erhalten Ihre Hinterbliebenen die Versicherungssumme.

5

Tagegeld / Krankenhausgeld

Einige Tarife bieten Ihnen die Möglichkeit, Sie auch bei einer „kurzweiligen“ Arbeitsunfähigkeit zu unterstützen. Das sogenannte Krankentagegeld soll Ihnen bis zu einem Jahr nach dem Unfall den Lohn ersetzen. Falls Sie aufgrund des Unfalls an einen längerfristigen Krankenhausaufenthalt gebunden sind, unterstützt Sie das Krankenhausgeld für bis zu zwei Jahre.

6

Kosmetische Operationen

Falls Sie durch den Unfall unter anderem Schäden kosmetischer Natur erleiden mussten, zahlen Ihnen einige Versicherungen die Operationskosten.

7

Invaliditätsleistung / Einmalzahlung

Die wohl wichtigste Leistung: Nach einem Unfall zahlt Ihnen die Versicherung einmalig einen bestimmten Betrag aus. Der Betrag soll Ihnen helfen, nachträglich alle weiteren anfallenden Kosten zu tragen — ein Beispiel könnte der behindertengerechte Umbau Ihrer Wohnung bzw. Ihres Hauses sein oder anfallende Kosten für eine benötigte Therapie. Der Auszahlungsbetrag ist abhängig von der zuvor vereinbarten Versicherungssumme und dem Ausmaß Ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigung. Der Invaliditätsgrad wird nach der sogenannten Gliedertaxe ermittelt — einer Tabelle, mit der Versicherungen den Grad der Beeinträchtigung verschiedener Gliedmaßen bestimmen. Die Tabelle ist fester Bestandteil des Versicherungsvertrags. Kurz gesagt: Je höher Ihre Versicherung Ihren Invaliditätsgrad einstuft, desto höher fällt der ausgezahlte Betrag für Sie aus.

Illustration: Verschiedene Menschen unter einem gemeinsamen Schirm
Ob sich die Absicherung lohnt, hängt von Ihrer persönlichen Situation ab.

Warum ist eine Unfallversicherung sinnvoll?

Das „Warum“ sollte bei der Unfallversicherung eher in „für wen“ getauscht werden. Warum sie grundsätzlich sinnvoll ist, sollte klar sein: Sind Sie Opfer eines Unfalls — ob privat oder auf der Arbeit — springt, wenn alle Voraussetzungen gegeben sind, die Unfallversicherung für Sie ein. Pauschal lässt sich Folgendes festhalten: Wo immer Sie alltäglich oder regelmäßig mit einer stetigen Gefahr konfrontiert werden, sei es beruflich oder privat, und Sie keine bezahlbare Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) bekommen, sollten Sie über eine Unfallversicherung nachdenken.

Punkt 1 — Es werden nur wenige Risiken abgedeckt: Sie sollten sich dessen bewusst machen, dass eine Unfallversicherung ausschließlich nach einem Unfall zahlt. Krankheiten hingegen sind vom Versicherer ausgeschlossen. Laut Statistiken, etwa des Bundesamts, sind nur 1 % aller Schwerbehinderungen auf die Folgen eines Unfalls zurückzuführen — hingegen sind 89 % aus den Folgen einer Krankheit schwerstbehindert. Darüber hinaus zahlt die Versicherung nur dann, wenn Ihr Gesundheitsschaden voraussichtlich länger als drei Jahre ohne Aussicht auf Besserung besteht. Kurz gesagt: Sind Sie nach einer Downhill-Abfahrt vorm Baum gelandet und liegen mit sämtlichen Knochenbrüchen im Krankenhaus, kann es durchaus sein, dass Ihnen die Unfallversicherung keinen Cent auszahlt — weil in erster Linie eine Aussicht auf gesundheitliche Besserung nach der Heilung der Brüche besteht. Was schließen wir daraus? Unfälle im privaten Bereich sind allgegenwärtig, die wenigsten davon sind allerdings so schwerwiegend, dass die entstandenen Schäden langjährige gesundheitliche Folgen haben. Allerdings sind es GENAU DIESE Fälle, welche von der privaten Unfallversicherung ausbezahlt werden. Demnach ist die Unfallversicherung immer dann sinnvoll, wenn Sie ein hohes Unfallrisiko aufweisen oder keinerlei Anspruch auf anderweitige Absicherung haben.

Punkt 2 — Wir profitieren von einer gesetzlichen Absicherung: Wenn Sie gesetzlich versichert sind und bestimmte Voraussetzungen erfüllen, kann es sein, dass Sie von staatlichen Hilfen profitieren. Sind Sie unglücklicherweise langzeitkrank, erhalten Sie zunächst die Lohnfortzahlung und können anschließend vom Krankengeld profitieren. Wenn Sie allerdings nicht gesetzlich krankenversichert sind, sollten Sie unbedingt eine Krankentagegeldversicherung abschließen. Des Weiteren werden von der Krankenkasse die Arztkosten übernommen sowie notwendige Hilfsmittel — etwa ein Rollstuhl, Prothesen oder Stützgriffe für das Bad. Die Kosten für eine Reha und einen Arbeitsausfall werden von der gesetzlichen Rentenversicherung übernommen. Des Weiteren erhalten Sie eine „Erwerbsminderungsrente“ für den Fall, dass Sie längerfristig arbeitsunfähig sind. Falls Sie fortan schwerbehindert sind, können Sie außerdem Zuschüsse von sogenannten „Integrationsämtern“ erhalten. Sind Sie Teil einer Gewerkschaft wie Verdi oder dem DGB? Dann ist in Ihrem Mitgliedsbeitrag auch eine Freizeit-Unfallversicherung enthalten. Ebenso profitieren Vereinsmitglieder einer Sportart von einem geringen Leistungspaket durch die Sportversicherung des jeweiligen Landessportbundes.

Punkt 3 — Ihr Schutz durch die Berufsunfähigkeitsversicherung: Die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) bietet Ihnen bei schweren Unfallfolgen und Krankheiten einen umfassenden Schutz. Falls Sie wegen eines Unfalls voraussichtlich mindestens sechs Monate arbeitsunfähig sind, zahlt Ihnen die Versicherung einen monatlichen Beitrag — die Ursache ist dabei irrelevant, gezahlt wird sowohl nach Unfällen als auch bei körperlichen und psychischen Krankheiten. Wichtig zu erwähnen ist allerdings, dass die BU aufgrund des Umfangs deutlich teurer ausfällt. Sofern Sie aufgrund einer Vorerkrankung oder einer speziellen körperlichen Arbeit keine bezahlbare BU erhalten, sollten Sie sich ernsthaft Gedanken um eine private Unfallversicherung machen. Im Zuge dessen sollten Sie sich ebenfalls über folgende Versicherungsarten informieren: Multi-Risk-Versicherung, Dread-Disease-Versicherung, Erwerbsunfähigkeitsversicherung und Grundfähigkeitsversicherung. Die genannten Versicherungen bieten allerdings keinen gleichwertigen Ersatz — ebenso wie die private Unfallversicherung bieten sie einen wesentlich geringeren Schutz als die BU. Ein wichtiger Vorteil: Der wohl größte Vorteil der privaten Unfallversicherung ist der Kostenfaktor. Falls Sie nicht die finanziellen Mittel für eine BU aufbringen können, aber dennoch im Alltag von einem höheren Unfallrisiko betroffen sind, ist die Unfallversicherung die wohl beste Alternative. Wie wir es gerne unseren Klienten ans Herz legen: Ein Schutz ist besser als kein Schutz!

Welche Zusatzleistungen könnten für Sie überflüssig sein?

Im Wettbewerbskampf locken viele Anbieter mit „Extra-Leistungen“ — doch sind diese immer lohnenswert? Wir informieren Sie über Leistungen, die Sie nicht unbedingt benötigen:

  • Tarife mit Beitragsrückgewähr: Eine besondere Mogelpackung. Versicherer werben damit, dass Sie nach Ihrer Vertragslaufzeit alle geleisteten Beiträge zurückerhalten, sofern Sie während der Laufzeit keinen Unfall hatten. Was jedoch gerne ausgelassen wird: Die Beiträge fallen in der Summe um ein Vielfaches höher aus.
  • Verzicht auf Krankenhaustagegeld: Falls Sie befürchten, bei längerer Erkrankung in finanzielle Nöte zu geraten, sollten Sie eher zur Krankentagegeldversicherung greifen.
  • Eigenfinanzierung der Unfallrente: Die Unfallrente als Zusatzoption zum Tarif ist meistens sehr kostspielig. Lohnenswerter ist es, einen Teil der Kapitalauszahlung der Versicherung anzulegen und sich anschließend damit zu behelfen.
  • Keine Dynamik-Option: Bei einer Dynamik-Option erhöht sich Ihre Versicherungssumme jährlich um einen Prozentsatz X — damit einhergehend erhöht sich ebenfalls Ihr Beitrag. Sinnvoller ist es, gleich zu Beginn eine höhere Versicherungssumme zu vereinbaren.

Wann sollten Sie eine Unfallversicherung abschließen?

Der richtige Zeitpunkt ist stets subjektiv — wir können Ihnen jedoch ein paar Stichpunkte nennen, die bei Erfüllung einen guten Zeitpunkt für den Abschluss darstellen. Sie sollten über den Abschluss einer Unfallversicherung nachdenken, wenn Sie:

  • über keine BU verfügen
  • einem gefährlichen Hobby nachgehen
  • nicht gesetzlich unfallversichert sind
  • Rentner sind
  • einen risikoreichen Beruf ausüben
  • Kosten zugunsten eines geringeren Leistungsumfanges einsparen möchten

Die genannten Stichpunkte sollen Ihnen lediglich einen Denkanstoß geben. Wir von Finanzgewissen sind der Meinung: Immer dann, wenn Sie weder Anspruch auf eine BU noch auf eine gesetzliche Unfallversicherung haben, sollten Sie sich schnellstmöglich über die private Unfallversicherung erkundigen. Gerne helfen wir Ihnen dabei, den richtigen Tarif zu finden.

3. Was kostet eine Unfallversicherung?

Rechenbeispiel: Unfallversicherung — monatlicher Beitrag nach Berufsgruppe und Anrechnung von Krankheiten.

Die Haftpflichtkasse 5,00 € kaufmännische & geistige Berufe · Anrechnung Krankheiten ab 25 % · monatlicher Beitrag Angebot anfragen
BLACKSTAR 7,05 € kaufmännische & geistige Berufe · Anrechnung Krankheiten ab 50 % · monatlicher Beitrag Angebot anfragen
Ammerländer Versicherung 13,80 € überwiegend körperlich tätige Berufe · Anrechnung Krankheiten ab 75 % · monatlicher Beitrag Angebot anfragen
Experten-TippDennis Becker · Geschäftsführer & Berater
„Sollten Sie sich für eine Unfallversicherung entscheiden, ist es wichtig, auf eine ausreichende Grundinvaliditätssumme zu achten. Hierbei zählen das Alter und das Jahresbruttoeinkommen mit rein: mindestens das Dreifache des Jahresbruttos, besser jedoch noch mehr — die Leistung sollte im Falle eines Unfalls auch Löhne und Rehabilitationskosten für eine längere Zeit absichern! Es gibt zur Berechnung eine Formel, an der man sich orientieren kann: Grundinvalidität × Progressionssatz = Vollinvaliditätssumme. Ein Rechenbeispiel: Liegt die Grundinvalidität bei 250.000 € und wird ein Progressionssatz von 350 % gewählt (was wir empfehlen), zahlt die Versicherung bei Vollinvalidität 875.000 €.“

4. Fazit

Kurz gesagt: Eine private Unfallversicherung kann für Sie durchaus lohnenswert sein. Ob sie lohnenswert ist, ist allerdings von Ihren persönlichen Bedingungen abhängig. Können Sie weder eine Absicherung durch die BU noch durch die gesetzliche Unfallversicherung erhalten? Dann sollten Sie schleunigst über eine private Unfallversicherung nachdenken. Oder sind Sie Rentner und haben keinen Anspruch auf eine gesetzliche Absicherung? Auch dann ist die private Unfallversicherung absolut sinnvoll.

Sind Sie jedoch im Besitz einer BU und/oder der gesetzlichen Unfallversicherung, benötigen Sie keine zusätzliche private Unfallversicherung: Der Leistungsumfang der BU und der gesetzlichen Unfallversicherung ist weitaus umfangreicher im Vergleich zur privaten Unfallversicherung — das Geld können Sie sich also sparen! Um den passenden Tarif zum besten Preis für Sie zu finden, nutzen Sie gerne unseren kostenlosen Tarifvergleich — kostenfrei und unverbindlich.

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Die häufigsten Fragen zur Unfallversicherung

Warum braucht man eine Unfallversicherung?
Eine Unfallversicherung kommt für Schäden in Folge eines Unfalles in der Freizeit oder zu Hause auf.
Was zahlt die private Unfallversicherung zusätzlich zur gesetzlichen?
Die gesetzliche Unfallversicherung trägt keine Kosten, wenn der Unfall in der Freizeit passiert ist. Sie trägt nur die Folgekosten, wenn der Unfall im direkten Zusammenhang mit der Beschäftigung steht oder beim Schul- und Kita-Besuch bzw. auf dem Weg dorthin passiert.
Wie ist die genaue Definition für einen Unfall?
Ein Unfall liegt vor, wenn eine Person durch ein Ereignis unfreiwillig gesundheitlich geschädigt wird! Es wirkt plötzlich von außen auf den Körper ein. Dazu gehören: Verrenkungen, Risse und Zerrungen, die durch eine erhöhte Kraftanstrengung verursacht worden sind. Man spricht hier auch von „PAUKE“: Ein Unfall ist ein Plötzlich von außen unfreiwillig auf den Körper einwirkendes Ereignis, das zur Gesundheitsschädigung geführt hat.
Wie wird die Höhe der Leistung festgelegt?
Die Versicherungsleistung richtet sich nach dem Invaliditätsgrad! Dieser wird vom behandelnden Arzt bestimmt. Die Höhe der genauen Entschädigungen/Leistungen wird dann anhand der sogenannten Gliedertaxe festgelegt. Die Gliedertaxe ist allerdings von Versicherung zu Versicherung unterschiedlich — hier lohnt sich ein Vergleich.
Was bezeichnet die sogenannte „Gliedertaxe“?
Jeder Unfallversicherer ermittelt mithilfe der Gliedertaxe Ihren Invaliditätsgrad. Dargestellt wird die Gliedertaxe in einer Tabelle, in der die verschiedenen Beeinträchtigungen in unterschiedlichen Graden angegeben sind. Der Grad bestimmt am Ende über die Höhe der zu erhaltenden Versicherungssumme. Die Tabelle ist in Ihrem Versicherungsvertrag enthalten.
Was zahlt eine private Unfallversicherung?
Von der Versicherung erhalten Sie eine einmalige Auszahlung, wenn Sie nach einem Unfall weiterhin körperlich beeinträchtigt bleiben. Entspricht Ihr Invaliditätsgrad 50 % oder mehr, zahlt Ihnen die Versicherung eine Unfallrente. Darüber hinaus werden die Kosten für Such-, Rettungs- und Bergungsmaßnahmen übernommen.
Worauf sollten Sie zwingend bei einer Unfallversicherung achten?
Sie sollten bei einer privaten Unfallversicherung nicht am falschen Ende sparen. Aus diesem Grunde ist es ratsam, gleich zu Beginn eine erhöhte Versicherungssumme zu vereinbaren — das führt zwar zu höheren Beitragssätzen, schützt Sie aber im Ernstfall besser ab. Des Weiteren sollten Sie auf eine „gute“ Gliedertaxe achten. Zu guter Letzt ist es lohnenswert, auf eine hohe Progression zu achten: Diese sollte mindestens 225 % entsprechen. Das hat zur Folge, dass sich Ihre Versicherungssumme mit erhöht, je höher Ihr Invaliditätsgrad ist.
Welche Leistungen können Sie getrost ignorieren?
Die sogenannte „Beitragsrückgewähr“ ist ein ausgeklügelter Marketingstreich. Geworben wird mit Rückzahlungen der Beiträge, falls Sie während der Vertragslaufzeit keinen Unfall erlitten haben — und letzten Endes verdienen die Versicherer sich eine goldene Nase mit den Extrakosten. Denn die Rückzahlungssumme entspricht nicht dem Wert der gezahlten Beitragssätze in Summe.

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