Wohnen & Recht

Haus- und Grundbesitzer­haftpflicht
Ein Muss für jeden Hausbesitzer

Was kostet die ideale Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung, welche Schäden sind abgedeckt und auf welche Leistungen sollten Sie unbedingt achten? Hier finden Sie alle Antworten.

ab 32,10 € / Jahr / Monat 4,9 · 500+ Bewertungen 300+ Gesellschaften im Vergleich
Illustration: Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht
fachlich geprüft durchDennis Becker
zuletzt aktualisiert11. Juli 2025
Illustration: Glühbirne über einem aufgeschlagenen Buch als Symbol für verständlich erklärtes Wissen
Verständlich erklärt: die wichtigsten Grundlagen auf einen Blick.

1. Was ist eine Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung?

Als Immobilienbesitzer tragen Sie die Verantwortung dafür, dass von Ihrem Haus oder Grundstück keine Gefahr für andere ausgeht — Juristen sprechen von der Verkehrssicherungspflicht. Kommen Sie dieser Pflicht nicht nach und ein Dritter kommt zu Schaden, haften Sie unbegrenzt mit Ihrem Privatvermögen. Genau vor diesem Risiko schützt die Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung.

Die Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht beinhaltet eine Mindestsumme von 3 Millionen Euro als Deckungssumme und bietet einen passiven Rechtsschutz, der bei Schäden an Sachen, Personen, Vermögen und der Umwelt greift.

Die Versicherung deckt alle Eigentümer des Gebäudes sowie den Hausmeister und Verwalter ab. Zudem sind kleinere Bauarbeiten enthalten, und es besteht eine Mitversicherung von Photovoltaik-Anlagen sowie Allmählichkeitsschäden. Eine Forderungsausfalldeckung ist ebenfalls in der Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht enthalten.

Die Vorteile einer guten Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht

  • Übernimmt Kosten für Personen-, Sach- und Vermögensschäden
  • Bietet Ihnen als Hausbesitzer einen passiven Rechtsschutz
  • Die Kosten sind umlagefähig — Vermieter können sie über die Betriebskosten weitergeben

Ihre Haus- und Grundbesitzer­haftpflicht — ab 32,10 € / Jahr im Monat

Beschreiben Sie uns Ihren Bedarf — unser Team erstellt Ihnen ein individuelles Angebot. Kostenlos & unverbindlich, Antwort in 24 h.

Jetzt Angebot anfragen

2. Ist eine Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung sinnvoll?

Versichert sind nicht nur Schäden, die Sie als Hausbesitzer persönlich zu verantworten haben, sondern auch die, die von beauftragten Personen am Haus verursacht wurden — z. B. Hausmeister, Verwalter oder Reinigungspersonal.

Auch für Wohnungseigentümergemeinschaften ist die Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht empfehlenswert: Immerhin zahlt die Versicherung auch bei Ansprüchen einzelner Eigentümer gegen die Gemeinschaft oder bei Abwasserschäden.

Für Hausbesitzer und Grundstückseigentümer ist sie also ein Muss — schließlich schützt sie vor Millionenschäden, die schnell aus Unvorsichtigkeit oder Leichtsinn entstehen. Abgesichert sind Personen-, Sach- und Vermögensschäden, die Folge einer vernachlässigten Verkehrssicherungspflicht sind: Das kann der Unfall auf der nicht vom Schnee befreiten Stufe vor der Haustür sein — oder der Schaden an einem geparkten Auto, das von einem herabfallenden Dachziegel getroffen wurde.

Brauchen Sie eine Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht?

Neben der normalen Gebäudeversicherung ist die zusätzliche Absicherung für viele Grundbesitzer empfehlenswert — je nach Situation:

Eigentümer eines Einfamilienhauses

Überprüfen Sie zunächst Ihre Privathaftpflicht: In den meisten Fällen ist die Absicherung Ihres selbstgenutzten — nicht vermieteten — Einfamilienhauses dort bereits enthalten. Sie brauchen dann keine zusätzliche Haushaftpflicht abzuschließen.

Vermietete Gebäude

Eigentümer eines vermieteten Einfamilienhauses oder eines Mehrfamilienhauses benötigen für diese Gebäude eine Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht — auch dann, wenn Sie einen Teil selbst bewohnen! Haben Sie eine Hausverwaltung beauftragt, schließt diese häufig eine solche Versicherung für Sie ab. Das sollte im Vorfeld geklärt werden.

Eigentümergemeinschaften

Bei Eigentumswohnungen gibt es neben Ihrem Sondereigentum immer auch Gemeinschaftseigentum — z. B. Zuwege, Treppenhäuser oder Außenanlagen. Für dieses Gemeinschaftseigentum wird eine Haushaftpflicht wärmstens empfohlen. Sehr häufig übernimmt die Hausverwaltung die Eindeckung des Versicherungsschutzes, da sie dazu verpflichtet ist.

Unbebaute Grundstücke

Auch von unbebauten Grundstücken kann eine Gefahr ausgehen: Bäume können umstürzen, Gehwege im Winter ungeräumt sein. Daher sollten Sie auch für diese Grundstücke eine Haftpflicht für Grundbesitzer abschließen.

Mehrfamilienhaus

Gehört ein Mehrfamilienhaus einer Eigentümergemeinschaft, decken die Haftpflichtversicherungen der einzelnen Personen nicht alle Risiken ab — passiert beispielsweise im Treppenhaus ein Unfall, ist dieser nicht versichert. Ratsam ist daher eine gemeinsame Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung.

Gewerblich genutzte Immobilie

Wer eine Immobilie besitzt und selbst geschäftlich nutzt, braucht keine separate Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht, sofern bereits eine Betriebshaftpflichtversicherung vorhanden ist. Wird die Geschäftsimmobilie jedoch nicht selbst genutzt, ist eine spezielle Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht für Gewerbeobjekte notwendig — normalerweise mit anderem Tarif und möglicherweise anderem Anbieter.

Experten-TippDennis Becker · Geschäftsführer & Berater
„Auch unbebaute Grundstücke brauchen Schutz. Unsere Empfehlung: Wenn Sie ein unbebautes Grundstück, ein vermietetes Haus oder eine nicht selbst genutzte Immobilie besitzen, brauchen Sie in der Regel eine Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung. Sie greift, wenn z. B. jemand auf Ihrem Grundstück stürzt, sich verletzt oder durch mangelnde Verkehrssicherungspflicht ein Schaden entsteht. Aus der Praxis: Ein Kunde von Finanzgewissen hatte ein Grundstück gekauft, auf dem ein Kind beim Spielen in eine ungesicherte Baugrube fiel. Die Eltern forderten Schadensersatz — zum Glück war er versichert. Ohne diesen Schutz hätte es richtig teuer werden können. Fazit: Auch wenn „nichts draufsteht“ — die Haftung bleibt. Die Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht ist für Eigentümer ein Muss, wenn sie keine private Haftpflichtlücke riskieren wollen.“

3. Leistungen einer Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung

Typische Schadensfälle aus der Praxis machen den Nutzen greifbar: Ein Passant rutscht im Winter auf dem nicht gestreuten Gehweg vor Ihrem Mietshaus aus und bricht sich das Bein — es drohen Schmerzensgeld, Behandlungskosten und unter Umständen eine lebenslange Rente. Oder ein loser Dachziegel beschädigt das darunter geparkte Auto. In beiden Fällen haften Sie als Eigentümer — und genau hier springt die Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht ein.

Was ist genau versichert? Die Versicherung übernimmt die Kosten, wenn jemand auf dem Grundstück oder im Gebäude des Versicherungsnehmers einen Schaden erleidet. Die Leistungen umfassen die Zahlung von Schadensersatzansprüchen, die durch ein rechtmäßiges Urteil festgelegt wurden, die Abwehr unberechtigter Schadenersatzansprüche (passiver Rechtsschutz) sowie die Übernahme der Kosten für einen Verteidiger in Strafverfahren. Zu beachten: Die Versicherung gilt jeweils nur für ein Objekt — mehrere Häuser oder Grundstücke müssen separat versichert werden.

Welche Risiken sind versichert?

Typische Risiken, die von dieser Versicherung abgedeckt werden:

Personen- und Sachschäden

Wird ein Dritter auf dem Grundstück oder im Gebäude verletzt oder Eigentum beschädigt, springt die Versicherung ein — zum Beispiel, wenn ein Besucher auf einem losen Gehwegstein stolpert und sich verletzt, oder wenn ein Dachziegel auf das Auto eines Passanten fällt.

Umweltrisiken

Die Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht kann auch Schutz für Schäden bieten, die durch Umweltrisiken wie Ölverschmutzungen oder Asbestfreisetzungen entstehen.

Vermögensschäden

Auch Schäden durch den Verlust von Daten oder anderen Vermögenswerten Dritter können abgedeckt sein — beispielsweise durch einen Brand, der eine Firma in einem Gebäude des Versicherungsnehmers zerstört.

Illustration: Schutzschild mit Checkliste als Symbol für den Leistungsumfang
Der Leistungsumfang entscheidet: Prüfen Sie genau, welche Schäden der Tarif abdeckt.

Leistungsausschlüsse und Einschränkungen

Bestimmte Schäden und Ereignisse sind in der Regel nicht abgedeckt. Dazu gehören:

  • Schäden durch grobe Fahrlässigkeit oder Vorsatz des Versicherungsnehmers
  • Schäden durch Vertragsverletzungen, die nicht direkt mit der Nutzung des Grundstücks oder Gebäudes zusammenhängen — z. B. wenn der Versicherungsnehmer als Vermieter einen Mieter betrogen hat
  • Schäden durch Naturkatastrophen wie Hochwasser, Erdbeben oder Lawinen (teils über Zusatzversicherungen absicherbar)
  • Schäden durch bestimmte gefährliche Tiere oder Hunde, die nicht in der Versicherungspolice aufgeführt sind
  • Schäden durch ausgeschlossene Aktivitäten, z. B. Geschäftsaktivitäten oder den Betrieb von Kraftfahrzeugen

4. Kosten: Diese Faktoren bestimmen den Beitrag

Die Kosten einer Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung lassen sich nicht pauschal beziffern — sie hängen von mehreren Faktoren ab, die Versicherer unterschiedlich gewichten:

  • Versicherungssumme: Sie bestimmt, wie viel die Versicherung im Schadensfall maximal bezahlt — eine höhere Summe führt in der Regel zu höheren Kosten
  • Selbstbeteiligung: Eine höhere Selbstbeteiligung senkt die Prämie — im Schadensfall tragen Sie dafür selbst einen höheren Betrag
  • Objektart: Wohnhaus, Mietshaus oder Gewerbeobjekt — gewerbliche oder risikoreichere Objekte sind in der Regel teurer
  • Lage des Objekts: Bestimmte Regionen haben ein höheres Schadensrisiko als andere
  • Alter des Objekts: Je älter das Objekt, desto höher kann das Schadensrisiko sein
  • Deckungsumfang: Der Umfang der Versicherungsleistungen variiert von Anbieter zu Anbieter

Preisbeispiel: Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht

Hausart / DeckungssummeMonatlicher Beitrag
1- oder 2-Familienhaus / 5.000.000 €3,12 €
1- oder 2-Familienhaus / 15.000.000 €5,09 €
Mehrfamilienhaus / 20.000.000 €6,56 €

Beispielhafte Beiträge — Ihr individueller Beitrag hängt von Objekt, Lage und Leistungsumfang ab.

5. Fazit zur Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht

Die Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung ist eine wichtige Versicherung für Immobilienbesitzer. Sie bietet Schutz vor den finanziellen Folgen von Schäden, die durch die Immobilie verursacht werden können — zum Beispiel durch herabfallende Gegenstände, mangelhafte Instandhaltung oder extreme Witterungsverhältnisse.

Eine gesetzliche Pflicht besteht in der Regel nicht — dennoch ist die Versicherung sehr empfehlenswert. Insbesondere bei Vermietung einer Immobilie sollte sie abgeschlossen werden, um mögliche Schadensersatzforderungen von Mietern abzudecken.

Ein weiterer Pluspunkt für Vermieter: Die Beiträge zählen zu den umlagefähigen Betriebskosten und können vollständig auf die Mieter umgelegt werden — der Schutz kostet Sie als Eigentümer damit im Ergebnis wenig bis nichts.

Wichtig bei der Wahl: eine ausreichende Deckungssumme sowie der Blick auf eventuelle Ausschlüsse und Selbstbeteiligungen. Zusätzlich können — falls relevant — auch Schäden durch Tiere oder Naturkatastrophen abgedeckt werden. Insgesamt hilft die Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht, finanzielle Risiken rund um die Immobilie abzusichern — für mehr Sicherheit und Ruhe im Alltag.

ProvenExpert ProvenExpert Kundenbewertungen
4,88 von 5 SEHR GUT 610 Bewertungen
99 % Empfehlungen
KundenserviceSEHR GUT (4,87)
Preis / LeistungSEHR GUT (4,83)
Top-Kompetenzen: KundenzufriedenheitKundentreueZielerreichung Alle Bewertungen ansehen →

Die häufigsten Fragen zur Haus- und Grundbesitzer­haftpflicht

Was kostet eine Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht?
Das hängt vom Anbieter und gewählten Tarif ab. Folgende Kriterien spielen in die Berechnung des Versicherungsbeitrags hinein:
  • Jahresbruttomiete aller vermieteten Wohnungen
  • Anzahl der Wohnungen bzw. Einfamilienhäuser
  • Anzahl der Garagen
  • Art des Gebäudes, das versichert werden soll
  • Bei unbebauten Grundstücken: Länge der Straßenfront und Grundstücksgröße
Auf dieser Grundlage erstellen wir Ihnen gern ein Angebot!
Wer braucht eine Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht?
Immobilienbesitzer, die ihre Immobilie vermieten, sollten eine Grundbesitzerhaftpflicht abgeschlossen haben. Falls Sie Ihre Immobilie selbst bewohnen, ist dieser Schutz in der Regel über Ihre Privathaftpflichtversicherung enthalten.
Welche Leistungen umfasst der passive Rechtsschutz?
Der passive Rechtsschutz bedeutet: Die Versicherung prüft, ob Schadensersatzforderungen gegen Sie berechtigt sind — und wehrt unberechtigte Ansprüche notfalls vor Gericht ab. Berechtigte Ansprüche, die durch ein rechtmäßiges Urteil festgestellt wurden, bezahlt sie. Auch die Kosten für einen Verteidiger in Strafverfahren werden übernommen.
Worauf sollte ich beim Abschluss achten?
Folgende Punkte sind relevant und sollten besprochen werden:
  • Versicherungssumme: möglichst hohe Deckungssumme wählen
  • Jährliche Beitragszahlung: Zuschläge auf monatliche, vierteljährliche und halbjährliche Raten sind oft sehr hoch
  • Beitragsberechnung nach Mieteinnahmen

Haben Sie alles gefunden?

Hier finden Sie weitere interessante Inhalte zum Thema:

Marvin Becker Melanie Kenkenberg

Schnelle Frage, Kritik oder Feedback?

Professionelle Beratung von echten Menschen — rufen Sie uns zum Ortstarif an oder schreiben Sie uns.

Noch nicht das Richtige gefunden?

Über 120 Versicherungsthemen, zehn Standorte, ein Ansprechpartner. Sagen Sie uns, worum es geht.