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Gold gilt seit Jahrhunderten als krisensichere Anlage. Wer alte Schmuckstücke, geerbte Münzen oder Zahngold hat, fragt sich irgendwann, ob sich ein Verkauf lohnt. Die Antwort hängt nicht vom Bauchgefühl, sondern von Zahlen ab: vom Feingehalt, vom Tagespreis und vom Preis, den der Ankäufer zahlt.
Letztlich bemisst sich der Erlös beim Goldverkauf nach drei Größen: der Feingehalt, angegeben in Tausendsteln oder in Karat (585er Gold hat 58,5 % Feingold, 750er Gold 75 %, 999er Gold ist Feingold), das Gewicht in Gramm und der jeweilige Börsenpreis, der an den Börsen in London und Zürich fixiert wird (das Londoner Goldfixing der LBMA erfolgt zweimal täglich um 10.30 und 15.00 Uhr Ortszeit). Ein Rechenbeispiel verdeutlicht das Prinzip. Aktuell liegt der Goldpreis bei 2.400 US-Dollar je Feinunze (31,1035 Gramm), was für Feingold einem Grammpreis von rund 77 US-Dollar ergibt. Ein 585er Ring mit 5 Gramm Gesamtgewicht enthält somit 2,925 Gramm Feingold mit einem Materialwert von etwa 225 US-Dollar. Seriöse Ankäufer ziehen hiervon je nach Materialform und Aufwand für die Scheidung 5 bis 15 Prozent ab.
Der Goldpreis schwankt mit den Zinsentscheidungen der US-Notenbank und wird auch von geopolitischen Spannungen beeinflusst, wobei auch die Nachfrage aus den Zentralbanken den Preis mitbestimmt. So stieg der Preis je Feinunze zwischen 2020 und 2024 von rund 1.500 auf über 2.400 US-Dollar. Wer in Phasen hoher Nachfrage verkauft, sichert sich spürbar bessere Konditionen. Ein professioneller Goldankauf in München orientiert sich am aktuellen Fixing-Kurs und weist die Preisberechnung transparent aus.
Wer verkaufen will, sollte den Kursverlauf mehrere Wochen lang beobachten. Da Gold in US-Dollar gehandelt wird, schlägt sich der Euro-Dollar-Kurs direkt in dem Erlös in Euro nieder. Ein schwacher Euro erhöht den Verkaufspreis in heimischer Währung. Wer nur eine zwei- bis vierwöchige Kurssicht hat, kann damit saisonale Schwankungen von echten Trendbewegungen unterscheiden.
Nicht jeder Ankäufer arbeitet unter gleichen Bedingungen. Vor einem Verkauf kann man folgende Dinge prüfen:
Die RFA-Analyse ist das gängige zerstörungsfreie Standardverfahren und liefert exakte Werte über den Feingehalt. Die Säureprobe, die eine kaum nennenswerte Schädigung der Oberfläche verursacht, verwenden auch kleinere Händler mit Vorliebe. Bei wertvolleren Stücken empfiehlt sich die schonendere Methode.
Der Verkauf von privatem Gold unterliegt dem §23 EStG. Liegt zwischen Kauf und Verkauf mehr als ein Jahr, so ist der Gewinn steuerfrei. Innerhalb der Jahresfrist gilt eine Freigrenze von 1.000 Euro jährlich. Wird diese überschritten, so ist der gesamte Gewinn mit dem persönlichen Einkommensteuersteuersatz zu versteuern. Bei Erbschaft von Gold beginnt die Haltefrist mit dem Kaufdatum des Erblassers. Ein Nachweis über Kaufdatum und Kaufpreis ist also empfehlenswert. Fehlen solche Nachweise, so kann das Finanzamt den Anschaffungswert schätzen, was in der Regel zu Ungunsten des Verkäufers ausfallen wird. Wer regelmäßig große Verkaufsmengen erzielt, sollte mit einem Fachmann die steuerliche Einordnung abklären. Anlagegold ist nach §25c UStG von der Umsatzsteuer befreit. Schmuckgold ist es nicht.
Vermögensberater geben einem Goldanteil von 5 bis 10 Prozent am Gesamtvermögen als sinnvolle Diversifikationsquote vor. Analysen des World Gold Council belegen, dass Gold in Phasen starker Inflation und Marktvolatilität eine stabilisierende Wirkung auf gemischte Portfolios hat. Wer diese Quote im eigenen Portfolio weit überschreitet, verzichtet auf Renditechancen anderer Anlageklassen. Aktien bringen im langfristigen Durchschnitt eine höhere Realrendite, zeigen aber stärkere Kursschwankungen.
Altgold, das nicht mehr getragen wird, bindet Kapital ohne laufende Erträge. Ein Verkauf befreit neue Liquidität, die in ertragreichere Anlagen fließen kann. Vor dem Verkauf lohnt ein Abgleich mehrerer Angebote am selben Tag, da die Goldkurse stündlich wechseln. Zwei bis drei Vergleichsangebote genügen meist, um sich einen realistischen Eindruck von den Marktpreisen zu verschaffen. Wer seinen Verkaufserlös sofort wieder anlegt, sollte die Kosten der neuen Transaktion in die Rendite-Erwartung mit einfließen lassen.